Dickdarmkrebs und VDR – Vitamin-D-Rezeptor-Aktivatoren


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Die Transkriptionsfaktoren Snail1 und Snail2 unterdrücken den Vitamin-D-Rezeptor während des Fortschreitens von Darmkrebs.


Der Vitamin-D-Rezeptor (VDR) vermittelt die antitumorale Wirkung des aktiven Vitamin-D-Metaboliten 1α,25-Dihydroxyvitamin D3 (Calciferol).
Die Autoren beschreiben, dass mit zunehmender Darmkrebsentwicklung die VDR-Expression verloren geht, also die Menge an vorhandenen VDR abnimmt. Dies kann , möglicherweise zu einer Unempfindlichkeit gegenüber Calciferol 1,25(OH)2D3 führen.
Es gäbe bereits Beschreibungen von verschiedenen Mechanismen warum verschiedene Krebsarten eine Resistenz gegenüber 1,25(OH)2D3 entwickeln, aber es hätte bisher keiner den Verlust der VDR-Expression erklären können. Die Autoen dieser Studie konnten zeigen, dass die Transkriptionsfaktoren Snail1 und Snail2 welche im Tumorgeschehen oft überexprimiert sind, die VDR-Expression hemmen können und damit die Wirkung von Calciferol (1,25(OH)2D3) in Darmkrebszellen blockieren. Sie wirken auch als Induktoren der epithelial-mesenchymalen Transition (EMT) was ebenfalls einen Einfluss auf das Krebsgeschehen hat. Snail1 und Snail2 üben einen additiven reprimierenden Effekt auf den VDR-Genpromotor aus. Diese Effekte seien spezifisch für die Snail-Familie, da andere Transkriptionsfaktoren, die als EMT-Induktoren fungieren, die VDR-Expression in Darmkrebszellen nicht hemmen. DIe Autoren konnten auch zeigen, dass die RNA-Expression von SNAI1 und SNAI2 in menschlichen kolorektalen Tumoren erhöht ist und umgekehr die Genexpression des Vitamin-D-Rezeptors (VDR) reduziert ist. Die Autoren vermuten, dass hohe SNAIL1- und SNAIL2-Spiegel die VDR-Downregulation und die Unempfindlichkeit gegenüber 1,25(OH)₂D₃ bei Darmkrebs verursachen. Die Autoren schlussfolgern hieraus, dass in diesen Fällen eine Therapie mit Vitamin D3 bei fortgeschrittenem Darmkrebs nicht geeignet sein könnte wenn SNAIL1 und SNAIL2 überexprimiert sind.

Die Autoren beschreiben keine sogenannten Vitamin D Rezptor Aktivatoren die in der Lage sein könnten die Wirkung von Vitamin D3 zu verbessern, indem sie die Genepression von VDR wieder verstärken. Einer dieser VDR Aktivatoren ist beispielsweise Curcumin. Zusammenfassend kann man sagen, dass Vitamin D3 über den VDR  wirkt . Darmkrebs kann zur Abnahme des VDR führen und damit ist die Wirkung von Vitamin D3 auf das Tumorgeschehen begrenzt. VDR Aktivatoren könnten hierbei helfen die Wirkung von Vitamin D3 wieder zu verbessern. [1]





[1] Larriba MJ, Bonilla F, Muñoz A
The transcription factors Snail1 and Snail2 repress vitamin D receptor during colon cancer progression.
The Journal of steroid biochemistry and molecular biology. 2010 Jul;121(1-2):106-9. doi: